Efe Karakoc trifft in dieser Szene zum zwischenzeitlichen 2:2. Foto: Markus Burger
Die Löwen mussten sich in einem intensiven und engen DFB-Pokalspiel am Ende dem 1. FC Heidenheim mit 4:6 nach Verlängerung geschlagen geben. In der regulären Spielzeit wechselte ständig die Führung. Valentin Bannert (21.) und Efe Karakoc (43.) glichen jeweils vor der Pause aus. Im zweiten Durchgang brachten Patrik Lacic (52.) und erneut Bannert (71.) die Junglöwen in Front. In der Verlängerung hatte Heidenheim das bessere Ende für sich.
Die Junglöwen kamen nur schwer in die Partie, die Führung der Gastgeber nach einer Viertelstunde war deshalb nicht unverdient. Auf der rechten Seite konnte Mete Tuz ungehindert flanken, Maximilian Kos war vor Benno Mühl am Ball, verlängerte die Hereingabe an der Fünfmeterkante ins linke Eck zum 1:0 für Heidenheim (15.). Nach einem langen Ball von Manuel Curic weit aus der eigenen Hälfte waren sich FCH-Keeper Felix Mark und sein Abwehrspieler Tim Radöhl nicht einig, wer den Ball klären sollte, Paul Sturm setzte nach, Radöhl riss ihn im Sechzehner um und Schiedsrichter Finn Banderob zeigte sofort auf den Punkt (20.). Valentin Bannert lief an, Mark ahnte die Ecke, war aber gegen den platzierten Schuss zum 1:1 machtlos (21.). In der 38. Minute die erneute Führung. Der Ball kam halbrechts zum vollkommen freistehenden Julian Eble. Mühl griff nur zögerlich an, der Heidenheimer Zehner zog an der Strafraumkante ab und traf zum 2:1 ins kurze Eck. Aber wieder zeigten die Junglöwen Moral und glichen fünf Minuten später aus. Sturm hatte den Ball in den Lauf des von links in die Mitte einlaufenden Efe Karakoc gespielt, der aus 16 Metern den ihn entgegenkommenden Torwart Mark zum 2:2 überwand (43.). Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Pause.
Im zweiten Durchgang waren die Junglöwen präsenter und belohnten sich mit der ersten Führung. Zunächst ging ein Freistoß aus dem Halbfeld von Arda Efe nur knapp am linken Pfosten vorbei, ohne dass jemand an den Ball gekommen wäre (50.). Zwei Minuten später legte Sturm halbrechts quer auf Patrik Lacic, der aus 22 Metern mit links Maß nahm und rechts unten zur 3:2-Führung für die Sechzger traf (52.). Zunächst vergab Karakoc die große Chance, um auf 4:2 zu erhöhen. Nach Pass von Lacic in die Tiefe lief er seinen beiden Gegenspieler auf der rechten Seite davon, kam im Strafraum halbrechts aus acht Metern zum Abschluss, traf aber nur das Außennetz (64.). Im direkten Gegenzug passte der kurz zuvor eingewechselte Nevio Bove in den Lauf von Kos, der kam an der Strafraumkante mit links zum Abschluss, überwand Luca Scholl mit seinem Schuss ins rechte Eck zum 3:3 (65.). Ärgerlich, weil die Junglöwen in dieser Phase die Partie dominierten. In der 68. Minute zwang Sturm mit einem Rechtsschuss aus 19 Metern aufs linke Eck Mark zu einer Glanzparade. Im Anschluss an eine Ecke von links durch Sturm kam der Ball zu ihm zurück. Sein Dribbling in den Strafraum stoppte Jarne Lang mit einem Foul, erneut pfiff der Unparteiische Elfmeter (70.). Wieder legte Bannert sich den Ball zurecht, wählte diesmal die linke Ecke und traf flach zum 4:3 (71.). Kurz danach hatten die Junglöwen Glück, als Lang nach Rechtsflanke den Ball am leeren Tor vorbeisetzte (72.). Der eingewechselte Rehan Murad scheiterte in der 77. Minute mit einem Schuss aufs kurze Eck an FCH-Keeper Mark. In der 82. Minute sprang dem eingewechselten Sebastian Jünke der Ball unglücklich an die Hand, Schiedsrichter Banderob pfiff Elfmeter für die Gastgeber. Radöhl lief an, verlud Scholl und schob zum 4:4 ein (83.). Kurz vor Abpfiff der regulären Spielzeit hatte Ben Wohlketzetter den Lucky Punch auf dem Fuß. Murad hatte ihn vor dem Strafraum angespielt, der Mittelfeldspieler kam an der Strafraumkante mit links zum Abschluss, doch Mark verhinderte mit einer Hand den Einschlag im linken oberen Eck (90.+1). Kurz danach beendete der Schiedsrichter die 2. Halbzeit.
Gleich zu Beginn der Verlängerung hätten die Sechzger in Führung gehen können, ja fast müssen. Wohlketzetter spielte rechts Murad an, der passte an den zweiten Pfosten, wo Karakoc aus dem Rücken seines Gegenspielers kam, den Ball aus kurzer Distanz aber mit dem Außenrist rechts am Tor vorbeilegte (93.). Danach wurde Heidenheim wieder stärker und ging in der 100. Minute durch einen 22-Meter-Schuss von Eble, der genau neben den linken Pfosten passte, mit 5:4 in Führung. Die Gastgeber waren nun moralisch obenauf. Trotzdem versuchten die Junglöwen alles, um nochmals auszugleichen. Ein Schuss von Lacic im Rückraum wurde noch entscheidend abgefälscht. (108.). Als die Sechzger am Ende, einschließlich Torwart Scholl, alles nach vorne warfen, konterte Heidenheim, Torben Leis traf zum 6:4-Endstand ins leere Tor (120.+1). Danach war Schluss.
„Es war ein intensives Spiel“, analysierte Junglöwen-Trainer Jonas Schittenhelm. „Mit der 1. Halbzeit waren wir als Trainer nicht zufrieden. Die Struktur gegen den Ball von uns war nicht gut“, bemängelte der 40-Jährige. „Heidenheim war besser im Spiel, aber stark, dass wir immer wieder drangeblieben sind.“ In der Pause wurde das angesprochen. „Danach waren wir besser im Spiel drin, gehen verdient in Führung und hätten diese ausbauen können. Auch in der Verlängerung war es ein offenes Spiel. Wir hatten unsere Chancen, um Tore zu machen. Aber Julian Eble hat mit seiner Power das Spiel zugunsten von Heidenheim entschieden“, sah Schittenhelm den „Matchwinner“ beim Gegner. „Unterm Strich war es ein guter Auftritt beider Teams. Schade, dass wir das Spiel nicht auf unsere Seite ziehen konnten. Jetzt heißt es schütteln, Mund abputzen und in der Liga Vollgas geben!“
STENOGRAMM
DFB-Junioren-Pokal 2026/27,
2. Runde, 30.08.2026, 14 Uhr
1. FC Heidenheim – TSV 1860 München 6:4 n.V. (2:2, 4:4)
TSV 1860 München
Scholl (Tor) – Osmani (104., Mantsch), Mühl, Curic, Efe – Wohlketzetter (104., Nitta), Doktorczyk (50., Jünke), Lacic – Sturm (101., Keller), Bannert (72., Murad), Karakoc (101., O’Bryant)
Tore
1:0 Kos (15.), 1:1 Bannert (21., Elfmeter), 2:1 Eble (38.), 2:2 Karakoc (43.), 2:3 Lacic (52.), 3:3 Kos (65.), 3:4 Bannert (71., Elfmeter), 4:4 Radöhl (83., Elfmeter), 5:4 Eble (100.), 6:4 Leis (120.+1)
Gelbe Karten
Radöhl, Lang, Bove, Mayer – Mühl, Murad, Efe, Lacic, Sturm
Zuschauer
192 im Walter-Birkhold-Jugendstadion
Schiedsrichter
Finn Banderob (Steinberg); Assistenten: Tim Freytag (Ansbach), Yanic Schlicker (Etting)
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