Finn Nocker setzt sich in dieser Szene entscheidend im Zweikampf durch. Foto: Joachim MentelFinn Nocker setzt sich in dieser Szene entscheidend im Zweikampf durch. Foto: Joachim Mentel

Die Löwen-U17 zeigte im Derby beim FC Bayern Moral, schaffte nach einem 0:3 Rückstand nach einer Viertelstunde durch Tore von Drion Ibrahimi (20.) und Erion Saiti (23.) den Anschluss und hatte Chancen zum Ausgleich. Am Ende wurde es eine respektable 2:3-Niederlage. Aber so knapp waren die Roten in dieser Saison noch nicht an einem Punktverlust.

Nach nicht einmal 60 Sekunden kamen die Junglöwen gefährlich vors FCB-Tor. Samuel Ibanez Fernandez hatte von rechts geflankt, Paolo Reimann stieg im Fünfmeterraum mit Bayerns Keeper Jonas Röhlk am ersten Pfosten zum Luftduell hoch, das er aber verlor (1.). In der 6. Minute lag der Ball nach einer Ecke von links, die Tarik Mujic mit viel Schnitt nach innen gezogen hatte, im 1860-Tor, doch Schiedsrichter Luke Walz hatte ein Offensivfoul gesehen, erkannte den Treffer nicht an. Zwei Minuten später dann doch die Führung der Roten. Florent Krasniqi zog von rechts in die Mitte, ohne entscheidend gestört zu werden, zog dann aus 13 Metern in halblinker Position mit links ab und traf unhaltbar für Sebastian Lackerschmid zum 1:0 ins rechte untere Eck (8.). Ein 21-Meter-Freistoß von Veit Bartsch mit rechts aus halblinker Position ging knapp über die Querlatte (11.). In der 13. Minute fast das identische Tor der Bayern, nur diesmal von der anderen Seite. Maximilian Mahr konnte ungestört in den Strafraum reindribbeln, zog dann aus 14 Metern mit rechts ab und traf zum 2:0 ins lange Eck (13.). Aber es kam noch schlimmer. Eine Hereingabe von rechts fast von der rechten Eckfahne durch Niklas Herber verwertete Mahr am ersten Pfosten von der Fünferkante ins kurze Eck (16.). In der 20. Minute konnten auch die Junglöwen einnetzen. Nach einem schönen Angriff über die linke Seite ging Onural Orak mit Tempo in den Strafraum, sein Abschluss konnte Röhlk parieren, aber Drion Ibrahimi war zur Stelle, schob den Abpraller aus sieben Metern unter dem Keeper durch zum 1:3 ein. Drei Minuten später sogar der Anschlusstreffer. Erion Saiti hatte nach einem Konter von links geflankt, Herber fälschte die Hereingabe noch leicht ab, die sich über Röhlk hinweg unter die Latte senkte (23.). Glück hatten die Giesinger, als Tim Ebert nur den linken Innenpfosten traf, die Kugel von dort Lackerschmid in die Arme sprang (25.). Ein Distanzschuss von Ebert ließ der Junglöwen-Keeper nach vorne prallen, bekam den Ball aber im Nachsetzen vor Krasniqi unter Kontrolle (30.). Beinahe hätte Mahr in der 36. Minute seinen dritten Treffer erzielt. Nach einer Hereingabe von links durch Atakan Etüz hob er jedoch am vorderen Fünfmeterraum den Ball übers Junglöwen-Tor. Ein Schuss von Mahr halblinks von der Strafraumkante lenkte Lackerschmid mit einer Hand über die Latte (45.). Somit blieb es beim 2:3 aus Junglöwen-Sicht zur Pause.

Die 2. Halbzeit begann für die Junglöwen vielversprechend. Nach einem Pass in die Tiefe von Bartsch auf Reimann musste FCB-Keeper Röhlk aus seinem Strafraum, um die Szene zu bereinigen (54.). Auf der anderen Seite traf Isuf Hiseni mit einem Schuss aus halbrechter Position nur die Latte des 1860-Tores (57.). Immer wieder versuchten es die Giesinger mit langen Bällen auf Reimann, so auch in der 59. Minute, als Tim Schreyer ihn gerade noch stoppen konnte. Ein 13-Meter-Drehschuss von Linus Ludwig wurde sichere Beute von Lackerschmid (64.). Glück hatten die Junglöwen in der 65. Minute nach einem Fehler im Aufbau. Ludwig passte tief auf Roko Ciglar, der zog am Torraum links am 1860-Keeper vorbei, doch der warf sich im Fünfmeterraum kompromisslos auf den Ball. Nach Mahr-Zuspiel kam Hiseni links im Strafraum mit rechts zum Abschluss, schoss aber knapp übers lange Eck (71.). Zwei Minuten später war es Mahr, der aus ähnlicher Position zum Abschluss kam, aber rechts am Tor vorbeizeilte (73.). Hiseni kam erneut halblinks aus 13 Metern mit rechts zum Abschluss, diesmal zielte er jedoch genau auf den 1860-Schlussmann (78.). In der 80. Minute stellte Junglöwen-Coach Peter Ulbricht auf eine Dreierkette um, beorderte Ibrahimi ins Mittelfeld. Beinahe wäre Jarmo Gebauer das 3:3 gelungen, der Mittelstürmer stand aber beim Pass von Alexander Souidi knapp im Abseits (82.). Eine Minute später hätte Souidi das 3:3 erzielten können. Nach einer Hereingabe von links, die bis an den rechten Pfosten durchrutschte, nahm er das Zuspiel direkt, schoss aber knapp am linken Pfosten vorbei (83.). Auf der anderen Seite zielte Herber vom rechten Strafraumeck links am 1860-Tor vorbei (85.). Beide Teams spielten nun mit offenem Visier. Die Bayern waren bei weitem nicht mehr so souverän wie noch zu Beginn. Wegen Zeitspiels sah Etüz sogar Gelb (87.). Auch FCB-Coach Lars Bender wirkte sehr unzufrieden mit seinem Team, nahm mit Wechseln nochmals Zeit von der Uhr. Nach dem die Nachspielzeit abgelaufen war, gab es nochmals Freistoß im rechten Halbfeld fast an der Mittellinie für die Sechzger. Luis Nestmann führte aus, auch Lackerschmid ging mit nach vorne, doch der Lucky Punch blieb aus (90.+4). Die Roten brachten den knappen Sieg über die Zeit, feierten im vierten Spiel den vierten Erfolg, während die Junglöwen noch auf den ersten Sieg warten, aber endlich das „Feuer“ zeigten, was der Trainer gefordert  hatte.

„Am Anfang konnte man den Eindruck haben, dass wir untergehen. Aber dann haben wir den Respekt abgelegt, ist es besser geworden“, analysierte Junglöwen-Coach Peter Ulbricht die 1. Halbzeit. „Wir waren nach dem 0:3 gut drin im Spiel, haben auch die eine oder andere Torchance mehr, wo wir ein Tor machen können. Nach der Pause ist halt wieder auffällig, dass wir die Intensität verlieren, auch mit den Wechseln. Dass wir einfach nicht adäquat nachbesetzen können.“ So hätte seine Mannschaft den Druck auf den Gegner verloren. „Es ist klar, dass dann bei der hohen Intensität irgendwann mal ein Bruch drin ist. Hinten raus, in den letzten Minuten, war dann nochmals Feuer drin, da haben wir gebrannt und da hast du gesehen, was eigentlich möglich ist.“ Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass die Bayern „schon vorher Torchancen hatten, um das Spiel für sich zu entscheiden. Wir hätten nicht mehr im Rennen sein dürfen.“


STENOGRAMM

U17-DFB-Nachwuchsliga, Vorrunde, Gruppe C
4. Spieltag, 30.08.2026, 11 Uhr
FC Bayern München – TSV 1860 München 3:2 (3:2)

TSV 1860 München
Lackerschmid (Tor) – Nitsch (67., Nestmann), Rexhepi, Ibrahimi, Orak (60., Popijac) – Nocker (67., Elser), Rubas, Bartsch – Saiti (80., Burkhard), Ibanez Fernandez (80., Souidi), Reimann (60., Reimann)

Tore
1:0 Krasniqi (8.), 2:0 Mahr (13.), 3:0 Mahr (16.), 3:1 Ibrahimi (20.), 3:2 Saiti (23.)

Gelbe Karten
Ebert, Etüz –

Zuschauer
400 FCB Campus

Schiedsrichter
Luke Walz (Pfedelbach); Assistenten: Paul Poddig (Ohrnberg), Silas Walz (Pfedelbach)

Teamförderer der U17: geldhauser.de

Teamseite der U17-Junioren

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