Kapitän Jan Rubas und die U17 können nicht die Spannung über 90 Minuten hochhalten. Foto: Karin BartschKapitän Jan Rubas und die U17 können nicht die Spannung über 90 Minuten hochhalten. Foto: Karin Bartsch

Die Löwen-U17 hatte zwischen der 68. und 73. Minute einen Komplettaussetzer, in diesen fünf Minuten stellte der 1. FC Nürnberg das Ergebnis von 2:1 auf 6:1. Am Ende siegte der Club-Nachwuchs mit 7:2, sorgte für die höchste Saison-Niederlage des Teams von Trainer Peter Ulbricht.

Die Junglöwen begannen selbstbewusst, attackierten früh. Trotzdem hatte Nürnberg nach knapp zehn Minuten die erste Chance. Nikita Postolenko flankte von links an den zweiten Pfosten, Metehan Eksiner kam relativ frei zum Kopfball, traf aber aus kurzer Distanz nur das Außennetz. Postolenko war es, der in der 13. Minute die nächste Club-Chance hatte. Nach einem Freistoß aus dem rechten Halbfeld kam er halblinks im Strafraum zum Kopfball, seinem Abschluss aufs lange Eck aus acht Metern fehlte aber der Druck, so dass Sebastian Lackerschmid die Kugel parieren konnte. Kurz danach wurde Paolo Reimann nach Zuspiel von Finn Nocker im Strafraum gerade noch auf Kosten einer Ecke gebremst (16.). Das Tor fiel auf der anderen Seite. Die Junglöwen verloren den Ball in der eigenen Hälfte, Daniel Mai wurde im Strafraum halbrechts tief angespielt, Veit Bartsch kam einen Schritt zu spät, konnte den Rechtsschuss ins lange Eck zum 1:0 nicht verhindern (17.). Im Anschluss an eine Freistoßflanke war Lackerschmid, der aus seinem Tor kam, einen Tick zu spät, Mert Cetin kam aus sieben Metern zum Kopfball, setzte die Kugel aber übers leere 1860-Tor (20.). Eksiner war es, der nach einem weiten Einwurf von links durch Noah Alao am vorderen Fünfmetereck zum Kopfball kam, den Ball aber neben den linken Pfosten setzte (27.). Nach einem Chipball von Elia Keller halbrechts aus 20 Metern kam Kai Müller im Zentrum aus acht Metern an die Hereingabe, köpfte ihn aber links am Tor vorbei (30.). In der 39. Minute zielte Keller bei einem Freistoß halblinks aus 19 Metern knapp übers kurze Eck, im Anschluss an den folgenden Abschlag rutschte Lackerschmid weg, zwei Nürnberger setzten nach, der Ball kam zu Müller, der den Fauxpas des 1860-Keepers aber nicht zum Tor nutzen konnte. Drei Minuten später zur Abwechslung mal eine Junglöwen-Chance. Eine Ecke von links durch Bartsch wurde abgewehrt, der Ball kam zu ihm zurück, seine Flanke landete bei Drion Ibrahimi, der davon aber zu überrascht war, aus acht Metern die Kugel links am Tor vorbeischob (42.). Auch ein Schuss von Nocker halblinks aus 17 Metern ging knapp rechts am Club-Tor vorbei (44.). Der Schlussspurt der Junglöwen in der 1. Halbzeit gab Hoffnung für den zweiten Durchgang.

Kurz nach Wiederbeginn lief Patrik Popijac ungehindert von der Mittellinie bis fast an den Club-Strafraum, zog dann aufs rechte Eck ab, doch Nürnbergs Torhüter Leopold von Wilmowsky war unten, lenkte den Schuss um den rechten Pfosten (47.). Auch einen Schuss von Erion Saiti halbrechts von der Strafraumkante aufs kurze Eck konnte von Wilmowsky parieren (53.). Die Junglöwen waren zu Beginn der 2. Halbzeit wesentlich präsenter. Auf der anderen Seite musste sich Lackerschmid bei einem Rechtsschuss von Postolenko vom linken Strafraumeck strecken, um den Ball um den rechten Pfosten zu lenken (55.). In der 58. Minute wurde ein Stockfehler von Lackerschmid bestraft. Nach einem Rückpass versprang ihm der Ball im Fünfmeterraum, zwei Nürnberger setzten nach, eroberten die Kugel, am Ende schob sie Eksiner zum 2:0 ins leere Tor. Durch ein herrliches Freistoßtor stellte Bartsch vier Minuten später den alten Abstand wieder her. Aus 26 Metern zentral zirkelte er mit dem rechten Innenrist den Ball über die Mauer und ins linke Eck zum 1:2-Anschlusstreffer (60.). Wenig später tauchte Müller nach Pass von Eksiner frei vor Lackerschmid auf, der 1860-Keeper warf sich ihm entgegen, verhinderte den Abschluss (62.). Die Vorentscheidung fiel in der 68. Minute. Eksiner hatte Müller im Strafraum freigespielt, der scheiterte aus kurzer Distanz an Lackerschmid, doch den Abpraller verwertete der kurz zuvor eingewechselte Luis Kusche zum 3:1. Kusche war es auch, der zwei Minuten später das 4:1 besorgte. Nach einer Rechtsflanke von Arion Zyba kam er aus acht Metern frei zum Abschluss, musste nur noch den Fuß hinhalten, um ins rechte Eck einzuschieben (70.). Nun brachen alle Dämme. Ein harmloser Schuss von Müller aus 16 Metern faustete sich Lackerschmid ins eigene Tor (72.). Wiederum eine Minute später machte Eksiner mit seinem zweiten Treffer das halbe Dutzend voll. Vollkommen frei bekam er den Ball am linken Fünfmetereck, traf rechts unten zum 6:1 (73.). Jonas Holmer hätte in der 80. Minute sogar auf 7:1 stellen können, zielte aber vollkommen frei aus 16 Metern in zentraler Position über das 1860-Tor. Ein Flugball von Simon Burkhard über 60 Meter erlief sich Niklas Elser, umspielte noch Torwart von Wilmowsky und schob ins leere Tor zum 2:6 ein (82.). Doch das war noch nicht der Schlusspunkt. In der 3. Minute der Nachspielzeit kam Kevin Keaton halblinks im Strafraum aus elf Metern frei zum Abschluss, versenkte die Kugel im rechten Eck zum 7:2-Endstand.

Trainer Peter Ulbricht sprach die Mängel nach dem Spiel klar an. „Es war über weite Strecken ein ausgeglichenes Spiel, dann bekommen wir innerhalb von fünf Minuten vier Gegentore. Das war einfach bodenlos“, redete sich der 40-jährige in Rage. „Wir können einfach die Spannung nicht über das gesamte Spiel hochhalten. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir es in der 1. Halbzeit in guten Phasen nicht schaffen, Torchancen zu kreieren. Was wir im letzten Drittel machen, ist irgendwie nicht richtig zwingend. Beim Gegner ist es genau umgekehrt und deswegen verlierst du verdient das Spiel. Das Gesamte passt bei uns nicht!“

Sein Team würde es nicht schaffen, Gefahr auszustrahlen und Zielstrebigkeit hinzubekommen. „Wir schaffen es nicht, die Spannung über das ganze Spiel hochzuhalten und die Mentalität aufzubringen, uns gegen Widerstände aufzubäumen. Wir lassen es passieren. Es ist kein Einzelfall, sondern war schon in den ersten Spielen so. Wir brechen ab einer gewissen Phase weg, weil dass wir das Tempo und die Qualität nicht mehr halten können, die notwendige Willensstärke nicht mehr auf den Platz bringen.“ Deswegen sei das Ergebnis auch in der Höhe „absolut berechtigt und spiegelt wider, was wir für bereit sind, zu investieren. Ich habe schon das Gefühl, dass die Jungs wollen, aber ich glaube, dass nicht jeder weiß, wie viel wirklich notwendig ist, damit wir es hinbekommen, um auf dem Level wirklich konstant 90 Minuten bestehen zu können.“


STENOGRAMM

U17-DFB-Nachwuchsliga, Vorrunde, Gruppe C
6. Spieltag, 12.09.2026, 15 Uhr
1. FC Nürnberg – TSV 1860 München 7:2 (1:0)

TSV 1860 München
Lackerschmid (Tor) – Nitsch (63., Nestmann), Rubas, Rexhepi, Ibrahimi – Popijac (63., Souidi), Bartsch (72., Burkhard), Nocker (50., Orak) – Saiti, Ibanez Fernandez (50., Gebauer), Reimann (72., Elser)

Tore
1:0 Mai (17.), 2:0 Eksiner (58.), 2:1 Bartsch (60.), 3:1 Kusche (68.), 4:1 Kusche (70.), 5:1 Müller (72.), 6:1 Eksiner (73.), 6:2 Elser (82.), 7:2 Keaton (90.+3)

Gelbe Karten
Postolenko – Nocker, Bartsch

Gelb-Rote Karten
Zyba (81.) –

Zuschauer
120 Sportpark Valznerweiher

Schiedsrichter
Johannes Hoffmeister (Dreisessel); Assistenten: Simon Engl (Hofkirchen), Luis Seidl (Freyung)

Teamförderer der U17: geldhauser.de

Teamseite der U17-Junioren

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