Efe Karakoc, der das 1:0 erzielt hatte, traf in dieser Szene nur den Pfosten des Dortmunder Tores. Foto: Joachim Mentel
Die Löwen-U19 verlor nach dominanter 1. Halbzeit und 1:0-Führung am Ende mit 1:2 das Testspiel gegen Borussia Dortmund. Efe Karakoc hatte die Junglöwen in Führung gebracht (7.). Keron Hagemann (55.) und Fadi Zarqelain (90.+1) drehten im zweiten Durchgang die Partie zugunsten des BVB.
Die Partie begann mit Verspätung. Die U19 war am Morgen von ihrem neuntägigen Trainingslager in Brixen im Thale in Tirol abgereist, legte auf der Heimfahrt das Testspiel gegen die Junglöwen ein. Neben BVB-Coach Felix Hirschnagl war auch Thomas Broich, Sportlicher Leiter des Dortmunder NLZs vor Ort. Ben Wohlketzetter prüfte nach 70 Sekunden mit einem 18-Meter-Schuss erstmals Dortmunds Keeper Jan-Matthis Wehrbein (2.). Zwei Eckbälle, die Sebastian Jühnke von rechts vors Tor flankte, konnte die BVB-Abwehr mit Mühe klären (4. und 5.). In der 7. Minute dann die verdiente 1860-Führung. Nach einem Pass aus der eigenen Hälfte lief Efe Karakoc über halblinks auf Torwart Wehrbein zu, scheiterte zunächst im Eins-gegen-Eins an dem Dortmunder, drückte aber den Abpraller aus sechs Metern mit Hilfe des linken Innenpfostens zum 1:0 über die Linie (7.). Nach einem sehenswerten Solo über die rechte Seite setzte Rehan Murad seinen Schuss aus zwölf Metern knapp am langen Eck vorbei (15.). Fast aus dem Nichts heraus die Chance zum Ausgleich. Fadi Zarqelain kam nach einer Flanke von rechts am linken Fünfmetereck zum Abschluss, konnte den halbhohen Ball aber nicht entscheidend aufs Tor drücken (20.). Die Westfalen waren nun wesentlich dominanter, drängten auf das 1:1. Die Trinkpause kam den Junglöwen in dieser Phase gerade recht. In der 35. Minute nahm Arda Efe eine abgewehrte Flanke direkt mit vollem Risiko, setzte die Kugel aber aus 15 Metern klar über die Querlatte. Zwei Minuten später eine Doppelchance. Karakoc traf aus halblinker Position aus zwölf Metern nur den rechten Pfosten, Valentin Bannert setzte den Abpraller aus sechs Metern rechts am Tor vorbei (37.). Nach Zuspiel von Xaver Lippmann an der Strafraumkante zielte Bannert mit seiner Direktabnahme knapp über die Querlatte (39.). Auf der anderen Seite schoss Tom Faust aus 16 Metern knapp übers 1860-Tor (41.). An eine Linksflanke von Zarqelain kam Enzo dos Santos zwar dran, konnte den Ball aber aus neun Metern nicht aufs Tor lenken (44.). Schiedsrichter Yunis Wildholz pfiff pünktlich zur Pause.
Die Junglöwen wechselten bis auf Karakoc und Hohenester zur Pause komplett durch. Für die Gäste tauchte Keron Hagemann in der 47. Minute vor Dennis Duru auf, setzte die Kugel aber aus zwölf Metern neben den kurzen Pfosten. Hagemann sorgte auch für den Ausgleich. Er kam halblinks im Strafraum aus neun Metern zum Schuss, Duru war zwar mit der Hand noch dran, konnte den Einschlag im kurzen Eck zum 1:1 nicht verhindern (55.). Der BVB, der komplett zur Pause gewechselt hatte, machte mächtig Druck. Es schien nur eine Frage der Zeit, bis die Dortmunder den Führungstreffer erzielten. Was für eine Chance in der 70. Minute. Zarqelain, der für den verletzten Johann Jaensch zurückgekommen war, hatte sich links durchgesetzt, legte an den Fünfmeterraum zurück auf Mats Brauckmann, dessen Abschluss aber zu schwach und ungenau war, sodass Duru parieren konnte. Beinahe die erneute 1860-Führung nach der Trinkpause. Wohlketzetter hatte von links geflankt, der zurückgewechselte Bannert kam im Zentrum zum Abschluss, scheiterte jedoch an Keeper Bennet Birtner (76.). Danach waren die Dortmunder wieder dominant, ließen aber gute Einschussmöglichkeiten ungenutzt. Marwan Mirza traf in der 88. Minute nur das rechte Außennetz. Dann in der Nachspielzeit ein fataler Fehler: Ein Zuspiel von Jonas Mantsch rutschte Neal Doktorczyk an der eigenen Strafraumgrenze über den Spann, Zarqelain bedankte sich, nahm den Ball direkt und traf unhaltbar für Duru aus 16 Metern ins kurze Eck (90.+1). Zwei Minuten später hatte Zarqelain sogar die Möglichkeit zum 3:1, zielte aber halblinks aus neun Meter um Zentimeter am langen Eck vorbei (90.+3). Damit war die Niederlage besiegelt.
„Generell bin ich mit dem Wochenende sehr zufrieden“, erklärte Junglöwen-Coach Jonas Schittenhelm. Zwei Tage zuvor gab es bereits einen 2:0-Erfolg über die Herren des SV Aubing. „Die 1. Halbzeit von uns war recht gut. Wir hatten einige Durchbrüche, dementsprechend auch ein Chancenplus. Sicherlich können wir das eine oder andere Tor mehr vor der Pause machen. Hinten haben wir kaum was zugelassen. Es war echt gut!“
In der 2. Halbzeit fand der 40-jährige Coach sein Team „deutlich löchriger. Da merkst du, dass ein paar Spieler, die in der zweiten Hälfte zum Einsatz gekommen sind, noch nicht so fit sind, weil sie zuvor verletzt waren. Gerade ihnen steckte das Freitagsspiel noch in den Knochen.“ Ihm habe in den entscheidenden Situationen gefehlt, dass seine Spieler die Tiefenläufe aufnehmen und in die Eins-gegen-Eins-Duelle gehen. „Aber generell haben wir genau das gezeigt, was wir wollten. Es war ein intensives Wochenende mit Spielen freitags und sonntags, bei dem wir viele positive Sachen gesehen haben.“
STENOGRAMM
U19 Testspiel, 12.07.2026, 12 Uhr
TSV 1860 München – Borussia Dortmund 1:2 (1:0)
TSV 1860 München
Scholl (Tor, 46., Duru) – Osmani (46., Mantsch), Curic (46., Mühl), Jünke (46., Doktorczyk), Efe (46., Lindemann) – Wohlketzetter (74., Nitta, X. Lippmann(46., Peters), Lacic (46., Hohenester) – Murad (46., Riedelsberger), Bannert (46., O‘Bryant), Karakoc (74., Bannert)
Tore
1:0 Karakoc (7.), 1:1 Hagemann (55.), 1:2 Zarqelain (90.+1)
Gelbe Karten
–
Zuschauer
200 1860-Trainingsgelände Grünwalder Str. 114
Schiedsrichter
Yunis Widholz (Pöcking-Possenhofen); Assistenten: Christos Nalpantidis (Haidhausen), Felix Spindler (Kirchheim)




