Cristian Leone vergab in der 30. Minute nach einem Konter die beste Löwen-Chance in der 1. Halbzeit. Foto: Joachim Mentel
Die Löwen-U21 kann einfach gegen Sturm Hauzenberg nicht gewinnen. Wie im Hinspiel kamen die Niederbayern gegen den Tabellenführer zu drei Punkten. Nach dem Platzverweis gegen Arin Garza spielten die Gäste in Überzahl (82.). Bastian Schmid erzielte drei Minuten später den Siegtreffer (85.).
Die Sechzger taten sich von Beginn an schwer gegen die konzentriert verteidigenden Gäste. Erstmals gefährlich wurden sie, als Arin Garza an der linken Tor-Auslinie gegen Philipp Scheider, der den Ball über die Linie sperren wollte, die Kugel eroberte, von der Grundlinie in die Mitte passte, aber keinen Mitspieler fand (13.). Ansonsten fehlte im neuformierten Team etwas die Abstimmung, da neben Kapitän Xaver Kiefersauer (im Kader der Profis) die U21 auch auf Noah Klose (Achillessehnenprobleme) verzichten musste. Nach einer Hereingabe von links durch Finn Fuchs kam Luis Pereira de Azambuja am zweiten Pfosten an die Kugel, nahm sie direkt aus der Luft, schoss sie aber deutlich übers Tor (25.). In der 30. Minute hatte Cristian Leone die Riesenchance zur Führung. Nach einem Zweikampf im Mittelfeld zwischen Fabio Wagner und Schneider rechneten die Hauzenberger mit einem Pfiff. Der blieb jedoch aus. Leone schnappte sich die Kugel, lief frei auf Torhüter Christoph Obermüller zu. Der parierte den Schuss des 1860-Stürmers, jedoch kullerte der Ball Richtung Tor, Leone setzte nach, doch Luca Canales Uhrmann konnte vor der Linie klären (30.). Im Anschluss an eine Balleroberung von Wagner gegen Eralb Sinani auf der rechten Strafraumseite passte er von der Grundlinie in den Fünfmeterraum, jedoch hatte sich Arin Garza im Rückraum postiert, weswegen die Chance verpuffte (40.). Ein Neun-Meter-Schuss von Garza von halblinks hoch aufs lange Eck köpfte Sinani über die Latte des eigenen Tores (42.). Eine Minute später flankte Garza von der linken Grundlinie an den zweiten Pfosten, Pereira de Azambuja kam aus fünf Metern an den Ball, köpfte ihn aber rechts neben das Tor (44.). Auf der anderen Seite gab Bastian Schmid in der 2. Minute der Nachspielzeit aus der Drehung halbrechts von der Strafraumkante den ersten Torschuss der Gäste ab, der aber einen Meter am langen Eck des 1860-Tores vorbeiging. Kurz danach war Pause.
Kurz nach Wiederbeginn querte Garza von links im Strafraum nach rechts, schloss dann mit rechts aufs lange Eck ab, Keeper Obermüller war aber unten, wehrte den Schuss ab (49.). Ansonsten ein unverändertes Bild. Die jungen Sechzger liefen an, Hauzenberg verteidigte mit Mann und Maus. Der eingewechselte Rron Gosalci hatte in der 80. Minute den Siegtreffer auf dem Fuß. Nach einem Konter lief Wagner auf der linken Seite seinem Gegenspieler davon, legte im Strafraum quer ans lange Eck, wo Gosalci die Hereingabe an der Fünfmeterkante nicht richtig traf, die Kugel rechts am Tor vorbeibugsierte. Ab der 82. Minute waren die Löwen nur noch zu Zehnt. Garza hatte Sinani kurz vorm Strafraum mit hohem Bein im Gesicht getroffen, Schiedsrichter Korbinian Eßberger zückte sofort die Rote Karte. Kurz danach folgte die Bestrafung auf den Fuß. Eine Hereingabe von rechts durch Schmid wurde immer länger, schlug zur Gästeführung ins lange Eck (85.). Die Giesinger schafften es auch nicht in der fast zehnminütigen Nachspielzeit, ein Tor zu erzielen, kassierten damit ihre erste Saison-Heimniederlage.
„Wir sind natürlich enttäuscht, wollten unbedingt ein frühes Tor schießen. Die Möglichkeiten haben wir gehabt, sogar sehr klare Torchancen“, haderte Trainer Alper Kayabunar mit dem Spielverlauf. „Auf die Schnelle fallen mir in der 1. Halbzeit drei Möglichkeiten ein, wo wir ein Tor schießen müssen. Von vier Metern geht der Ball übers Tor, ein anderes Mal laufen wir alleine auf den Torwart zu. In so einem Spiel musst du halt einfach das Tor machen.“
In der 2. Halbzeit sah der 40-Jährige sein Team nicht mehr so stark. „Trotzdem haben wir vor dem Gegentor noch mal eine Mega-Chance nach einem Umschaltmoment. Und dann passiert es ähnlich wie im Hinspiel, dass eine Flanke durchrutscht. Wir haben noch mal alles probiert, die Rote Karte hat es nicht einfacher gemacht.“ Kayabunar machte auch dem Gegner ein Kompliment. „Sie haben am Ende alles gut wegverteidigt. Deswegen müssen wir die Niederlage akzeptieren.“
Der U21-Coach machte auch die personellen Veränderungen als Grund für die Niederlage aus. „Wir haben die letzten Wochen immer mit der gleichen Startelf gespielt. Heute mussten wir mit einem U19-Spieler rechts hinten in der Abwehr für Max Jägerbauer anfangen. Zudem hat mit Xaver Kiefersauer ein sehr wichtiger Baustein in der Mannschaft gefehlt, der natürlich viel zusammenhält. Außerdem Noah Klose, der vergangene Woche in Landsberg ein super Spiel gemacht hat und auch die Tore schießt. Das sind drei wichtige Faktoren. Nichtsdestotrotz darf das keine Entschuldigung sein. Wir haben unsere Chancen gehabt, wir müssen halt einfach ein Tor schießen. Wenn wir daheim in Führung gehen, dann läuft es ganz anders. Ich habe den Jungs nach dem Spiel gesagt: Das einzige Gute ist, dass wir es am Dienstag wieder besser machen können. Wir haben alles noch selbst in der Hand.“
STENOGRAMM
U21 Bayernliga Süd, 32. Spieltag, 30.04.2026, 19.30 Uhr
TSV 1860 München – FC Sturm Hauzenberg 0:1 (0:0)
TSV 1860 München
23 Musa (Tor) – 33 Fiedler (89., 44 Jenni), 20 Hoppe, 24 Benede, 43 Fuchs – 18 Pereira de Azambuja (73., 34 Gosalci), 8 Wach, 36 Grancay (64., 31 Tekin) – 17 Leone (56., 30 Porta), 9 Wagner, 7 Garza
Tor
0:1 Schmid (85.)
Gelbe Karten
Benede, Fuchs – Kretz, Mader, Sinani
Rote Karten
Garza (82.) –
Zuschauer
200 1860-Trainingsgelände
Schiedsrichter
Korbinian Eßberger (Geiselhöring); Assistenten: Kevin Molnar (Pfaffenberg), Balazs Schröder (Aiglsbach)




