David Matijevic (Mitte) sorgte mit einem Doppelpack für die Juglöwen-Tore. Foto: Joachim Mentel
Die Löwen-U17 besiegten im Nachholspiel den FC Memmingen mit 2:1. Dabei mussten sie nach der Roten Karte gegen Torhüter Tobias Wier über 80 Minuten in Unterzahl spielen. David Matijevic hatte mit einem Doppelpack die Junglöwen in Führung gebracht (16. und 55.), den Gästen gelang lediglich der Anschlusstreffer (79.).
Die erste gefährliche Offensivaktion hatten die Gäste. Yunus Akan setzte sich auf dem linken Flügel durch, flankte gegen Sebastian Jünke in den Rückraum, Batkam Yimnga Woumnga kam halbrechts aus 15 Meter zum Abschluss, schoss jedoch vorbei (5.). In der 11. Minute wollte 1860-Keeper Tobias Wieser vor Yimnga Woumnga außerhalb des Strafraums klären, kam einen Tick zu spät und traf den Memminger Stürmer am Fuß. Schiedsrichter Korbinian Eßberger zeigte dem 1860-Keeper sofort die Rote Karte. Trainer Peter Ulbricht wechselte, brachte Johannes Nieberle für Jünke (13.). Neal Doktorczyk rückte in die Innenverteidigung. Der neue Torhüter musste gleich beim Freistoß von Faton Aruqaj zugreifen. Den Schuss aus 19-Metern aus halbrechter Position konnte er im Nachfassen festhalten (15.). Im direkten Gegenzug erzielte David Matijevic die Löwen-Führung (16.) Nach einem Freistoß von Jonas Mantsch aus dem linken Halbfeld köpfte Maximilian Riedelsberger am zweiten Pfosten die Kugel in die Mitte, ein Memminger wehrte ab, aber genau auf David Matijevic, der den Abpraller direkt aus sieben Metern aus der Luft nahm, ins kurze, rechte Eck traf. Die Sechzger zogen sich weiter zurück, überließen in Unterzahl den Gästen die Initiative, verlegten sich aufs schnell umschalten. Memmingen tat sich damit schwer, konnte sich keine Chancen erspielen. Nach einer Hereingabe von links durch Jannis Hohenester kam der eingelaufene Maximilian Riedelsberger am zweiten Pfosten an den Ball, konnte ihn aber aus vier Metern nicht mehr drücken, setzte ihn über den Querbalken (34.). Ein 22-Meter-Schuss von Jonas Mantsch aus zentraler Position nach einem abgewehrten Einwurf ging knapp am Tor vorbei (38.). Die dezimierten Junglöwen verteidigten ihrerseits alles weg, nahmen die Führung mit in die Pause.
Kurz nach Wiederanpfiff hatten die Junglöwen die Chance, die Führung auszubauen, doch die Hereingabe von Riedelsberger von der rechten Strafraumseite kam zu nahe an den Torwart anstatt auf Matijevic, der an der Fünfmeterraumkante lauerte (46.). Ein Eckball von links durch Hohenester erreichte Matijevic am ersten Pfosten, sein Kopfball sprang aber vom Rücken des Gegenspielers übers FCM-Tor (48.). In der 54. Minute fing Lukas Rossa am eigenen Sechzehner einen Ball ab, sprintete auf der linken Seite nach vorne, legte dann quer auf Matijevic, der aus 14 Metern an Torhüter Johannes Stemmer scheiterte. Den anschließenden Eckball brachte Mantsch von links nach innen, Doktorczyk kam aus fünf Metern zum Kopfball, erneut parierte Stemmer mit einem Reflex (55.). Der anschließende Eckball von links durch Hohenester wurde auf Matijevic, der am zweiten Pfosten lauerte, verlängert, der Mittelstürmer traf aus vier Metern zum 2:0 (55.). So ging es im Minuten-Takt weiter. Die Junglöwen erspielten sich Chance um Chance und hätten die Führung weiter ausbauen können. Nach der starken Anfangsviertelstunde in Hälfte zwei war etwas die Luft raus. Zur Abwechslung hatten die Gäste mal wieder eine Möglichkeit. Nach Linksflanke kam Paul Hofmann an die Kugel, sein Schuss wurde aber zur Ecke abgefälscht (78.). Nach dieser lag der Ball plötzlich im 1860-Tor. Am zweiten Pfosten drückte Philipp Lang den Ball mit dem Köper aus kurzer Distanz über die Linie (79.). Zwei Minuten später zielte Emanuel Marrocchella von der rechten Strafraumkante am langen Eck vorbei (81.). Auf der anderen Seite kam Julian Büsel bei einer Hereingabe von rechts durch Simon Kirchmann einen Schritt zu spät (83.). Ein 20-Meter-Schuss von Julius Peters aus dem Zentrum ging nur knapp über den Querbalken (85.). Die Junglöwen erzielten zwar nicht mehr den dritten Treffer – Mantsch traf nach einem Konter nur den linken Innenpfosten des leeren Tores (90.+3) – für einen hochverdienten 2:1-Sieg reichte es trotzdem.
„Das hatten wir uns sicher anders vorgestellt! Über 80 Minuten in Unterzahl, dann gehen wir mit 2:0 in Führung. Wir haben heute richtig geil gearbeitet“, lobte Junglöwen-Coach Peter Ulbricht seine Jungs. „Ich fand richtig gut, wie wir aus der Pause gekommen sind, wie die Jungs angezündet waren. Da hätten wir das dritte Tor machen können. Wir haben selbst in Unterzahl Torgefahr ausgestrahlt. Klar, müssen wir unsere Chancen dann auch nutzen, aber dass du erstmal überhaupt welche hast, spricht für eine geile Mentalität der Jungs.“ Insgesamt hätte sein Team richtig gut gegen den Ball gestanden. „Wir waren bissig und haben super viele Balleroberungen gehabt. Die Umschaltsituationen hätten wir noch besser zu Ende spielen können“, fand der 40-Jährige, der Torhüter Johannes Nieberle, der sein erstes Pflichtspiel in der U17 absolvierte, hervorhob. „Er hat sehr souverän gespielt, gute lange Bälle geschlagen, die ein paar gefährliche Umschaltsituationen eingeleitet haben. Im Grunde genommen war er ein sehr guter Rückhalt für uns. Dafür, dass er aus der kalten Hose heraus zu seinem ersten DFB-Nachwuchsliga-Spiel kam, war es eine sehr ordentliche Leistung.“
STENOGRAMM
U17-DFB-Nachwuchsliga, Hauptrunde Liga B, Gruppe C
8. Spieltag, 15.04.2026, 18.60 Uhr
TSV 1860 München – FC Memmingen 2:1 (1:0)
TSV 1860 München
Wieser (Tor) – Yilmaz (46., Lindemann), Jünke (14., Nieberle), Rossa, Mantsch – Peters, Doktorczyk, Hohenester (79., O’Bryant) – Riedelsberger (79., Kirchmann), Matijevic, Frenzel (37., Büsel)
Tore
1:0 Matijevic (16.), 2:0 Matijevic (55.), 2:1 Lang (79.)
Gelbe Karten
Kirchmann – Saad, Aruqaj
Rote Karten
– Wieser (11.)
Zuschauer
60 1860-Trainingsgelände
Schiedsrichter
Korbinian Eßberger (Wallkofen); Assistenten: Fabian Balasch (Gendorf), Maximilian Biertümpfel (Baldham-Vaterstetten)




