U17 gewinnt bei Jahn Regensburg nach 0:2-Rückstand mit 5:4
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U17 gewinnt bei Jahn Regensburg nach 0:2-Rückstand mit 5:4

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03.06.2006 - Nach drei Endrundenteilnahmen in den vergangenen vier Jahren ist der U17 von Wolfgang Schellenberg in dieser Saison der große Wurf geglückt. Durch eine überzeugende Leistung besiegte sie im Finale Gastgeber Borussia Dortmund mit 2:0 (1:0) und darf sich jetzt Deutscher B-Junioren-Meister 2006 nennen. Die Tore erzielten Manuel Schäffler in der 23. und Timo Gebhart per Elfmeter in der 61. Minute. Dazu vergab der U17-Nationalspieler einen weiteren Strafstoss in der 72. Minute.

Spielverlauf: Von Beginn an demonstrierten die U17-Löwen in Hamm ihre spielerische Überlegenheit, wenn auch die Gastgeber die erste Chance besaßen. U17-Nationalspieler Marco Schneider hatte aus 20 Metern abgezogen, der Ball strich aber knapp über das 1860-Tor (5.). Die erste gefährliche Situation im Borussen-Strafraum erzeugte Mittelstürmer Manuel Schäffler. Eine Flanke köpfte er über den herauslaufenden BVB-Torhüter Jonathan Mellwig, aber auch über das Tor (7.). Nun war das Team von Wolfgang Schellenberg auch dominant, was die Chancen anbelangte. Einen Freistoss zirkelte Kapitän Florian Jungwirth genau auf den Kopf von Sven Bender, der jedoch Torwart Mellwig aus zehn Metern genau auf den Körper köpfte (14.). In der 23. Minute dann die verdiente Löwen-Führung. Nachdem Timo Gebhart in die Mitte gepasst hatte, blieb Schäffler zunächst an seinem Gegenspieler hängen, der Ball kam aber zurück. Aus zehn Metern drosch er das Leder unhaltbar für den BVB-Torhüter zum 1:0 ins Kreuzeck. Vier Minuten später hätten die Münchener auf 2:0 erhöhen können. Erneut kam Sven Bender nach einer Gebhart-Ecke von links zum Kopfball, aber ein Abwehrspieler rettete für seinen geschlagenen Torhüter auf der Linie (27.). Doch die Szene war noch nicht bereinigt. Der Abpraller kam zu Schäffler, der aus kürzester Distanz abzog, aber ein Borusse warf sich in den Schuss, verhinderte schlimmeres. Dann mal wieder eine gefährliche Situation auf der anderen Seite. Sotirios Stratakis hämmerte einen Freistoss aus 23 Metern aufs Sechziger Tor, das Leder wurde jedoch von der Mauer ins Tor-Aus abgefälscht (30.). Ein schneller Konter der Münchner brachte anschließend Gefahr für die Schwarz-Gelben. Sandro Kaiser zog von der Seite nach innen, legte quer auf Maxi Knauer, dessen Schuss aus 18 Metern zu zentral aufs Borussen-Tor kam, so dass Keeper Mellwig wenig Mühe hatte, die Chance zu vereiteln (31.). Beinahe hätten die Löwen kurz vor der Pause noch den Ausgleich hinnehmen müssen. Marcus Piossek hatte sich freigespielt, zog von der Strafraumgrenze ab. Nur mit einer Glanzparade konnte 1860-Torhüter Patrick Rösch den Ball über die Latte lenken (39.).

Zu Beginn der 2. Halbzeit wurden die Borussen stärker, Sechzig gab zunächst das Heft aus der Hand, ohne aber klare Chancen der Westfalen zuzulassen. Nach einem Konter bediente Schäffler den mitgelaufenen Knauer, der aus 14 Metern abzog, doch Torhüter Mellwig parierte das Leder (55.). In der 60. Minute wurde Schäffler freistehend im BVB-Strafraum umgegrätscht, Schiedsrichter Christian Dingert zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Gebhart lief an und verwandelte sicher zum 2:0 für 1860 (61.). Danach machte Dortmund endgültig auf, was den Löwen viel Platz zum Kontern eröffnete. In der 68. Minute tauchte Schäffler alleine vor dem Borussen-Tor auf, konnte im letzten Moment aber noch von einem Verteidiger gestoppt werden. Eine Minute später lief Gebhart nach Knauer-Pass auf Dortmunds Torhüter Mellwig zu, überlupfte ihn, doch der Ball verfehlte knapp das Gehäuse (69.). Fabian Götze, U16-Nationalspieler auf Seiten der Schwarz-Gelben, konnte in der 72. Minute Lars Bender nur noch mit einem Foul im Strafraum stoppen. Diesmal jedoch verschoss Gebhart den fälligen Strafstoss. In der letzten Spielminute hatte Schäffler nochmals die Möglichkeit, das Ergebnis hochzuschrauben. Sein Schuss aus spitzem Winkel parierte jedoch der Torhüter. Als dann der Schlusspfiff ertönte, kannte der Jubel keine Grenzen, und aus den Lautsprechern ertönte das obligatorische "We are the Champions".

Ernst Tanner, Leiter des Nachwuchsleistungssportzentrums der Löwen, durfte anschließend viele Glückwünsche entgegennehmen. "Gefährlich war's eigentlich nie", resümierte er, "wir hatten das Spiel zu jeder Phase im Griff, haben verdient gewonnen."

"Wir haben es ähnlich wie im Halbfinale gegen Kaiserslautern geschafft, unser Leistungsvermögen abzurufen und das Spiel dominiert", analysierte Trainer Wolfgang Schellenberg. In der Druckphase der Dortmunder nach der Pause, "haben wir Konter gefahren. Einer führte dann zum vorentscheidenden Elfmeter. Eigentlich hatte Dortmund während des gesamten Spiels keine echte Torchance." Auf die Frage, wie das weitere Programm aussehe, meinte der 34-jährige Coach: "Jetzt wird gefeiert bis morgen in der Früh."

Kurzfristig haben die Verantwortlichen umdisponiert. Nach dem Frühstück in einem Bochumer Hotel geht es am Sonntagmorgen zurück in die bayerische Landeshauptstadt. Ursprünglich wollte sich die Löwen-U17 noch das A-Junioren-Finale zwischen Schalke 04 und dem FC Bayern ansehen.

BVB: Mellwig, Evers (63. Lukas), Heermann, Stratakis, Götze, Dej, Lipki (68. Krahn), Kandziora (78. Ferati), Piossek, Lorenz, Schneider.
Ersatz: Berkemeier (TW), Brauer, Ferati, Koch, Krahn, Lukas, Witzel.
Trainer: Peter Wazinski

TSV 1860: Rösch, Thomas, Jungwirth, Wittek, Alschinger, S. Bender, Kaiser (56.Ibrahim), L. Bender, Gebhart (80. Mayr), Schäffler (80. Rudnik), Knauer.
Ersatz: Siegl (TW), Schneider, Yilmaz, Ibrahim, Tastan, Mayr, Rudnik.
Trainer: Wolfgang Schellenberg

Zuschauer: 2000 im Jahn-Stadion in Hamm.
Schiedsrichter:Christian Dingert (Thallichtenberg), Assistenten: Torsten Bauer (Seesbach) und Tobias Christ (Kaiserslautern).

jm