09.04.2006 - Riesenjubel bei den Junglöwen. Durch einen 4:0-Auswärtserfolg beim SV Darmstadt 98 sicherten sich die U17-Junioren des TSV 1860 bereits vier Spieltag vor Saisonende, erstmalig in der Vereinsgeschichte seit Einführung der B-Junioren Regionalliga Süd in der Saison 200/2001, die "Süddeutsche Meisterschaft".

Gleichzeitig schaffte der Löwennachwuchs unter Führung von Trainer Wolfgang Schellenberg damit zum dritten Mal innerhalb der letzten vier Jahre den Einzug in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, die ab Ende Mai die besten acht Teams der vier Regionalligen bestreiten werden. Besondere Bedeutung kommt dem Umstand zu, dass die Löwen dies als Nachwuchsteams eines "Zweitligisten" schafften, worauf alle Beteiligten unheimlich stolz sein können.           

Bereits vor dem Anpfiff der Begegnung war den Junglöwen aufgrund der Ergebnisse vom Samstag und den Nachholpartien unter der Woche klar, dass sie mit einem Sieg die Meisterschaft endgültig unter Dach und Fach bringen können. Entsprechend motiviert gingen die Schellenberg-Schützlinge von der ersten Sekunde an zu Werke. Die Junglöwen ließen sich auch vom äußerst schlechten Zustand des zugleich auch sehr kleinen Nebenplatzes nicht irritieren. Von Beginn an übernahm das Team aus der bayerischen Landeshauptstadt die Initiative. Die erste gute Chance hatten die Gäste nach 14 Minuten: Manuel Schäffler verlängert einen langen Ball auf halblinker Position in die Gasse auf Timo Gebhart, doch dessen Schuss verfehlt um einige Meter das Gehäuse. Fünf Minuten später segelte ein kurz ausgeführter Eckball von Lars Bender hoch in den Strafraum der "Lilien". Manuel Schäffler war schneller am Ball als der auf der Torlinie ausharrende Darmstädter Torhüter, setzte den Kopfball aber aus zwei Metern knapp über die Latte. In der 25. Spielminute dann aber die verdiente Führung für die Junglöwen. Eine Freistoßflanke von Stefan Alschinger kam hoch in den Sechzehner, Manuel Schäffler reagierte am schnellsten, doch sein Schussversuch wird zunächst abgeblockt. Das Leder fiel aber direkt vor die Füße von Mathias Wittek, der keine Mühe hat aus fünf Metern den Ball in die Maschen zu hämmern. Anschließend versäumten es die Gäste das Ergebnis zu erhöhen. Timo Gebhart, Junis Ibrahim, Florian Jungwirth und Manuel Schäffler kamen in jeweils aussichtsreichster Position, zum Teil alleine vor dem Darmstädter Torhüter, zum Abschluss, konnten den Ball aber allesamt nicht im Netz unterbringen. Glück für die Gäste zwei Minuten vor dem Seitenwechsel als Darmstadts Elia Soriano im Anschluss an eine Freistoßflanke aus fünf Metern Torentfernung freistehend zum Kopfstoß kommt, Löwenkeeper Patrick Rösch den Ball aber mit einer Blitzreaktion über die Latte lenken kann und seinem Team den knappen Vorsprung in die Pause rettete.          

Sofort mit Beginn der zweiten 40 Minuten war den Junglöwen anzumerken dass sie die endgültige Entscheidung herbeiführen wollten. So scheiterte zunächst Manuel Schäffler aus acht Metern Torentfernung per Drehstoß. Anschließend taucht Junis Ibrahim in halbrechter Position frei vor dem Tor auf, sein Schuss streift aber knapp über das Tordreieck. Glück in der 46. Minute, als Mathias Wittek in der eigenen Hälfte den Ball vertändelte, erneut Elia Soriano allein auf Torhüter Patrick Rösch zueilen kann, den Ball aber deutlich über das Tor schoss. Dies rüttelte die Gäste aber wieder wach und die nächsten Torchancen der Sechzger ließen nicht lange auf sich warten. In der 62. Minute steuert Timo Gebhart alleine auf das Tor zu, umspielt den Torhüter, setzte den Ball aber nur an den Pfosten. Zwei Minuten später kam Sven Bender nach zwei direkten Doppelpässen mit Manuel Schäffler und Lars Bender freistehend aus acht Metern zum Tor zum Schuss, setzte das Leder aber knapp über das Tor. In der 69. Minute dann die Vorentscheidung zu Gunsten der Junglöwen. Manuel Schäffler bediente im 16er Timo Gebhart und dieser wird vom Torhüter der Heimelf von den Beinen geholt. Den berechtigten Strafstoß verwandelte der gefoulte Spieler gewohnt sicher zur 2:0-Führung. Die Darmstädter B-Junioren ergaben sich danach in ihr Schicksal. Nur eine Minute nach dem zweiten Treffer lies Max Knauer seinen Gegenspieler ins Leere laufen, zog aus 20 Metern Torentfernung ab. Der Torhüter lies den zuvor aufsetzenden Ball nach vorne abprallen, wo erneut Timo Gebhart zur Stelle ist und das Leder zum 3:0 ins Netz schob. Den Schlusspunkt in der sehr einseitigen Begegnung setzte Lars Bender, der eine Brustablage von seinem Zwillingsbruder Sven per Volleyabnahme zum 4:0-Endstand ins Netz setzte.

Als um 12:25 Uhr der gut leitende Schiedsrichter Frank Stettner aus dem württembergischen Ortendorf die Begegnung abpfiff, kannte der Jubel auf Seiten der Münchner Spieler keine Grenzen mehr. Laute Jubelgesänge wurden angestimmt und mit einer ausgiebigen Sektdusche der Erfolg meisterschaftswürdig begossen, wobei sich die Feierlichkeiten mit Sicherheit noch in die nächste Woche ziehen werden. Vizepräsident und Juniorenleiter Wolfgang Hauner sowie der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums Ernst Tanner übermittelten Mannschaft und Trainerteam unmittelbar nach Spielende per Telefon die allerersten Glückwünsche.          

Trainer Wolfgang Schellenberg zeigte sich am Ende der Begegnung natürlich ebenfalls glücklich über diese "erste" Meisterschaft. Vor allem unter dem Aspekt, dass vom Start weg sehr zielstrebig auf dieses Ziel hingearbeitet wurde. "Wir haben heute die erste Ernte eingefahren für das Konzept des integrierten Kaders, mit dem wir schon in der letzten Saison den Grundstein für die diesjährige Saison gelegt haben." Der Coach ergänzte: "ab sofort werden wir uns gezielt auf die Endrunde vorbereiten. Viele Spieler der Mannschaft haben letzte Saison bereits erfahren was für ein Erlebnis es ist, um die Deutsche Meisterschaft zu spielen. Ich werde alle Spieler daran erinnern, was sie sich letztes Jahr noch auf dem Platz in Stuttgart geschworen haben als sie in der Endrunde nach zwei sehr guten Spielen im Elfmeterschießen äußerst unglücklich ausgeschieden sind".

Vor der Meisterschaftsendrunde wollen die Junglöwen aber die Punkterunde noch erfolgreich zu Ende bringen. Hierbei müssen sie bereits am kommenden Donnerstag, den 13. April um 13:00 Uhr beim SC Freiburg antreten. Für den Löwennachwuchs gilt es durch einen weiteren Erfolg den Status von mittlerweile 28 Punktspielen in Folge ohne Niederlage aufrecht zu erhalten. Besondere Brisanz kommt der Partie zu, weil die Breisgauer um ihre Chance kämpfen werden, als Vizemeister die Endrunde der Deutschen Meisterschaft zu erreichen.

TSV 1860: Rösch, Thomas, Jungwirth, Wittek, Alschinger, Ibrahim (63. Mayr), Bender S., Gebhart (70. Tastan), Bender L., Knauer (70. Schneider), Schäffler (70. Rudnik).

ws/wh

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