Die Situation für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) ist für die Jugendlichen in den Erstaufnahmeeinrichtungen nicht einfach. Ihr Leben ist oft von schrecklichen Kriegserlebnissen geprägt. Für viele war die Flucht eine Reise durch die Hölle. In Deutschland angekommen, werden sie zwar durch das Jugendamt in Obhut genommen, doch ohne den Familienverbund fehlt es den Jugendlichen nicht nur an Geborgenheit, sondern außerhalb der Schule auch an Tagesstruktur und Bewegungsmöglichkeiten.

Sport, das wissen die Löwen nur zu gut, bietet nicht nur Bewegung, sondern vermittelt Kultur, Werte und soziale Kompetenz. Außerdem hilft die sportliche Betätigung, das Erlebte ein Stück weit zu verarbeiten. Deshalb unterstützen und belohnen die Sechzger Münchner Amateurvereine für deren Flüchtlingsengagement mit Übungseinheiten durch topausgebildete Trainer aus dem Löwen-NLZ. Sie beteiligen sich damit an dem Pilotprojekt „Sportangebote für Flüchtlinge“ der Landeshauptstadt München.

Als erstes durfte sich der FC Wacker München, der die Projektentwicklung beratend unterstützte, über ein Löwen-Training freuen. Die NLZ-Trainer Matthias Luginger und Rui Menezes standen mit der Wacker-Erstaufnahmemannschaft, bestehend aus 21 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zwischen 15 und 17 Jahren, auf dem Platz. Selbst einem fußballbegeisterten zwölfjährigen syrischen Jungen, der sich unter die Jugendlichen gemogelt hatte, konnten die Löwen durch eine umsichtige Einzelbetreuung eine große Freude bereiten.

Der Stammtrainer, der Wacker-Flüchtlingsmannschaft, Olivier Aguila, war begeistert: „Es war schön zu sehen, wie die Sechziger die Jugendlichen zu Höchstleistungen motivieren konnten. Und auch ich selbst konnte viele neue Tricks und Kniffe für meine künftigen Übungseinheiten und Spiele mitnehmen.“

Initiator auf Löwen-Seite ist Andreas De Biasio, Koordinator „Soziale Projekte“ beim TSV 1860. „Die Idee trug sofort Früchte und brachte willkommene Abwechslung in das Leben der Jugendlichen und natürlich auch des FC Wacker“, so deren Vorsitzender Marcus Steer. Soziale Integration werde in diesem Projekt in viele Richtungen groß geschrieben. Der sehbehinderte Rollstuhlfahrer Andreas De Biasio realisierte das erste Treffen gemeinsam mit seinem ebenfalls im Rollstuhl sitzenden Wacker-Kollegen Rudi Dantinger. „Sie haben damit ein Projekt mit Vorbildwirkung geschaffen - für behinderte wie nichtbehinderte Menschen“, findet Steer.

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